Japanische Farbholzschnitte – Werke von Hokusai, Hiroshige, Eisen, Kunisada etc.

GALERIE BEI DER OPER

Wir zeigen laufend originale Japanische Farbholzschnitte.

Es erwarten Sie viele neue Werke der berühmten Meister Hiroshige, Hokusai, Keinen, Kunisada und anderen Künstlern.

Alle Werke dieser umfangreichen Sammlung können Sie vor Ort (Bösendorferstraße 1, 1010 Wien) wie auch auf unserer gesonderten Website woodblock-print.eu sehen und erwerben.

Wir freuen uns auf Ihren baldigen Besuch!

Öffnungszeiten: Mo – Fr: 14 – 19h, Sa 10 – 14h

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Der japanische Farbholzschnitt oder Ukiyo-e (wörtlich „die Bilder der Fließenden Welt“) gehört zu den einflussreichsten Beiträgen Japans zur Weltkunst; von allen Kunstformen Ostasiens hat er die westliche Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts wohl am stärksten geprägt.

Ukiyo-e sind ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Blockdruck festgehaltene Momentaufnahmen aus dem Alltag, Schauspieler- und Kurtisanenporträts, Genredarstellungen aus den Vergnügungsvierteln der Städte oder auch Ansichten berühmter Orte, vornehmlich entlang der großen Handelsstraßen. Das Ukiyo-e war, da bereits damals erschwinglich, die Kunstform des breiten, bürgerlichen Publikums, eine Gesellschaftsschicht, die in den gut 250 Friedensjahren der Edo-Zeit (1603 –1868) zunehmend zu Wohlstand gekommen war und allmählich zur kulturell und gesellschaftlich bestimmenden Klasse wurde. Die Drucke fungierten als Sammelgegenstände oder Erinnerungsstücke an Reisen, Theater- oder Bordellbesuche, die vermutlich auch als bescheidene Geschenke ausgetauscht wurden.

Nachdem sich Japan Mitte des 19. Jahrhunderts dem internationalen Handel öffnete, gelangten derartige Holzschnitte auch in den Westen, wo sie zu Beginn entweder als Einwickelpapier für Porzellanwaren benutzt in Kolonialwarengeschäften billig zu erwerben waren. 1855 konnte Japan jedoch seine kunstgewerblichen Exporte erstmals auf der Pariser Weltausstellung zeigen – die positive Resonanz, die diese Artikel erfahren hatten, führten dazu, dass wenig später ein eigenes Geschäft, genannt “La Porte Chinoise”, in der Pariser Rue de Rivoli eröffnet wurde.

In weiterer Folge sollten die japanischen Farbholzschnitte zu Ende des 19. Jahrhunderts ganz Paris und somit auch die Kunst der Moderne nachhaltig beeinflussen. Besonders Vincent Van Gogh begeisterte sich für Ukiyo-e-Blätter; insgesamt 477 Stück trugen er und sein Bruder Theo zusammen, darunter nicht weniger als 43 von der Hand Hiroshiges. Die Einflüsse der farbkräftigen Drucke auf Van Goghs Werk sind mehr als augenscheinlich.

An der Herstellung eines Holzschnitts waren mehrere Personen beteiligt: neben dem Verleger, der die Aufträge vergab, lieferten Maler die künstlerischen Entwürfe, Plattenschneider waren mit der Herstellung der Druckstöcke beschäftigt und Drucker führten die ersten Abzüge (oftmals im Beisein der Maler) aus. Diese wurden zunächst mit einem einzigen Holzblock in Schwarzdruck erstellt und anschließend oftmals von Hand mit wenigen Farben koloriert, ehe man in der Folgezeit dazu überging, zunächst zwei und schließlich eine Vielzahl verschiedenfarbiger Druckplatten übereinander auf das Papier zu drucken. Verwendet wurden wasserlösliche Farben, die aus Pflanzen und Mineralien gewonnen werden und die von dem angefeuchteten Papier leicht aufgesogen werden konnten.

Die Künstler, die in Europa am bekanntesten sind, allem voran Kunisada, Kuniyoshi, Eisen, Toyokuni, Hokusai und Hiroshige, gehören zu den Spätmeistern des beginnenden 19. Jahrhunderts. Wir freuen uns, Ihnen Farbholzschnitte dieser und anderer berühmter Meister zeigen zu können.

Mit herzlichen Grüßen,

Andreas Wurzer

Galerie bei der Oper

+43 676 38 77 331

Utagawa KUNISADA (1786 – 1864)
Drei junge Frauen vor dem Bad in einem Teehaus, hinter den halb geöffneten shôji liegt ein Brief auf einem Schminkkästchen